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Stuttgarter Zeitung, 1. Oktober 2014 - Link

Unser Gehirn spielt den Icon-Designern gerne mal einen Streich und verknüpft die Symbole mit den falschen Dingen. Oder mit nichts.

Am Anfang steht das Wort. Es beschreibt eine Funktion auf dem Computer, für die ein Designer ein Bild kreieren soll. Eines, mit dem die Menschen diese Funktion auf den ersten Blick verbinden: ein Icon. Angesichts der wachsenden Informationsflut sollen uns diese kleinen Bilder helfen, uns auf dem Bildschirm oder dem Handydisplay zu orientieren. Denn Bilder können mehr Informationen zur gleichen Zeit vermitteln als ein Text, erklärt Ralph Tille, Professor für Interaktives Mediendesign an der Stuttgarter Hochschule der Medien: „Unser Gehirn kann nur ein Wort nach dem anderen erfassen, Bilder werden häufig als Gesamtheit verarbeitet.“ Ein gutes Icon kann daher besser zu verstehen sein als die gleiche Information in Textform. Es gibt aber Grenzen: wenn es zu viele abstrakte Funktionen repräsentieren muss, ist es kaum möglich, ein einprägsames Icon zu entwickeln. Kleiner Test: Wer weiß aus dem Kopf das Icon für „Systemsteuerung“ im Windows-Menü? Die meisten werden hier passen müssen. Wir finden den Ordner „Systemsteuerung“ trotzdem, weil wir auswendig gelernt haben, wo er steht. Ein gutes Icon vermittelt seinen Inhalt hingegen intuitiv. „Komplexere Bedienhandlungen sind schwer darzustellen“, sagt Tille. Hinter „Systemsteuerung“ verbergen sich zu viele Funktionen. Und wer zu viel in einem kleinen Bild verpacken will, wird wahrscheinlich scheitern. „Speichern unter“ ist dagegen eine simplere Funktion - auf den ersten Blick.

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spektrum.de, 12. September 2014 - Link

Moderne Technologie soll den Verkehr der Zukunft vom Stau befreien. Das könnte aber auch nach hinten losgehen.

Samstag, 27. August 2039: Familie Maier ist auf dem Weg in den Urlaub nach Italien. Auf der österreichischen Tauernautobahn, einer der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen über die Alpen, fahren die Autos dicht an dicht. Ferienzeit. Das Nadelöhr ist das gleiche wie vor 25 Jahren. Und doch ist alles anders: Frau Maier sitzt am Steuer und liest Zeitung. Auch die anderen Menschen auf den Fahrersitzen telefonieren, lesen oder essen – Beschäftigungen, die früher katastrophale Konsequenzen gehabt hätten. Aber fast vierzig Jahre nach der Jahrtausendwende müssen die Menschen nicht mehr lenken, beschleunigen und bremsen. Ihre Autos fahren autonom. Computer vergleichen Daten über Ziele, Straßenverlauf und Geschwindigkeiten, berechnen das optimale Tempo und wählen die passenden Routen. Sensoren registrieren Hindernisse, die Fahrzeuge untereinander tauschen sich aus, wann welches abbiegt und wann hunderte Meter weiter vorne ein Wagen bremst. Staus entstehen auf diese Weise gar nicht erst.

Was im Jahr 2014 noch an Science-Fiction erinnert, könnte bald Wirklichkeit werden.

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Bild der Wissenschaft 8/2014 (Auszug)

Werden Bildschirme und Displays bald das Buch ersetzen? Auf diese Frage  geben Wissenschaftler widersprüchliche Antworten. Eines aber scheint sicher: Unser Leseverhalten wird sich angesichts der digitalen Möglichkeiten in Zukunft stark ändern.

Elektronische Lesegeräte wie der Kindle von Amazon oder Tablet-Computer scheinen bei deutschen Lesern nicht besonders beliebt zu sein. Die meisten geben in wissenschaftlichen Studien an, Texte lieber auf Papier als auf Bildschirmen und Displays zu lesen. Diese Vorbehalte beschäftigen vor allem Hersteller von E-Books, die nach wie vor mit einem Akzeptanzproblem zu kämpfen haben: Fünfzehn Jahre nach Markteinführung beträgt der Marktanteil von E-Books in Deutschland nur zwei Prozent, in den USA liegt er dagegen zehnmal höher.

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Bild der Wissenschaft 06/2014 (Auszug)

Der deutsche Astronaut Alexander Gerst startet Ende Mai auf die Internationale Raumstation. Im Interview mit Bild der Wissenschaft spricht er darüber, was er sich von der Forschung erhofft, wieso wir eines Tages andere Planeten bewohnen werden und woran wir außerirdisches Leben erkennen.

 - Der gesamte Text darf leider aus rechtlichen Gründen hier nicht erscheinen - deshalb hier nur ein Auszug: Weiterlesen  in Bild der Wissenschaft 06/2014 -

(...)

Herr Gerst, Ihre Ausbilder bei der ESA haben versucht, Sie an Ihre Grenzen zu bringen – beispielsweise beim Überlebenstraining: tagelang mit wenig Ausrüstung und kaum Essen in eisiger Kälte im Wald. Erfolgreich?

Ich dachte zwar manchmal: Ja, hier könnte meine Grenze möglicherweise liegen. Aber ich habe gemerkt, dass ich mehr aushalte, als ich mir vorstellen konnte. Selbst das Überlebenstraining oder die anstrengenden Unter-Wasser-Trainings, wo ich sieben Stunden ohne Pause in einem schweren Raumanzug unter Druck anstrengende Arbeiten verrichten musste: Ich dachte anfangs, ich kann das vielleicht nicht – und habe dann gemerkt, dass es wirklich machbar ist. Ich weiß also nicht, wo meine Grenzen sind, ich weiß nur, wo sie nicht sind.

Auf der ISS werden sie monatelang auf engstem Raum mit fünf anderen Astronauten zusammenleben müssen, die teilweise aus anderen Kulturen stammen oder aus Nationen, die sich auf der Erde nicht gerade grün sind. Könnte Sie das an Ihre Grenzen bringen?

Meine Erfahrung aus der Antarktis ist: Je schwieriger die äußeren Umstände, umso enger bringt es das Team zusammen. Auf der ISS arbeiten ehemals verfeindete Nationen schon seit Jahren eng und erfolgreich zusammen. Wir sind dort die einzigen sechs Menschen, die nicht auf dem Planeten sind: das verbindet.

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spektrum.de, 21. Mai 2014 - Link

An Smartphones und Tablet-Computern ist nichts nachhaltig. Weil alles immer kleiner wird, lassen sie sich kaum reparieren und landen schnell auf dem Müll. Die Industrie profitiert davon. Erste Beispiele aber zeigen, dass es anders geht. Die großen Unternehmen geraten unter Druck.

Vor eineinhalb Jahren ging die Digitalkamera des niederländischen Designers Dave Hakkens kaputt. Er nahm sie auseinander, sah, dass nur ein kleines Bauteil kaputt war und atmete auf: Man musste es nur austauschen. Doch die Erleichterung hielt nicht lange. „Das war einfacher gesagt als getan“, sagt er heute desillusioniert; nirgends gab es das Teil zu kaufen, niemand konnte die Kamera reparieren. „So wachsen die Berge an Elektroschrott.“ Noch häufiger seien es Smartphones, die wegen eines defekten, nicht austauschbaren Teils komplett entsorgt werden müssten. Umweltschützer und Technologiefan Hakkens ärgerte sich nicht lange, sondern startete „Phonebloks“, eine Kampagne für ein modulares Smartphone, die innerhalb weniger Wochen zig Millionen Anhänger im Netz fand.

Hakkens ist auf ein Problem gestoßen, das viele umtreibt und die Technologie der Zukunft vor eine Herausforderung stellt: Gerade die modernen, auf Miniaturisierung getrimmten mobilen Geräte sind alles andere als „grün“. Bei den wenigsten Smartphones und TabletPCs kann man einzelne kaputte Teile austauschen, meist nicht einmal den Akku. Das verkürzt deren potentielle Lebensdauer: ein kaputtes Teil und das ganze Gerät muss entsorgt werden.