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spektrum.de, 22. Oktober 2013 - Link

Beenden Laptop, Tablet und E-Reader die Ära der gedruckten Bücher? Wissenschaftler streiten, wie sich elektronische Medien auf unser Leseverhalten auswirken. Studien zeigen: Bei wirklich wichtiger Lektüre wollen Leser weiter Papierseiten umblättern. Noch. Denn Informatiker und Medienwissenschaftler haben weit reichende Visionen, wie die Technologie das Lesen in Zukunft verändern wird.

Wer kennt das nicht: Auf der Suche nach Informationen surfen wir durchs Netz, lesen schnell die aktuellen Schlagzeilen, lassen uns Studien, Aufsätze oder Fachtexte per E-Mail schicken und überfliegen sie am Bildschirm. Aber wenn uns ein Inhalt wichtig erscheint, drucken wir die Dokumente aus, unterstreichen zentrale Passagen und legen die Blätter einem Kollegen auf den Tisch. Das papierlose Büro ist ein Mythos. Bis heute. Und selbst der wissenschaftliche Nachwuchs, normalerweise Vorreiter, wenn es darum geht, neue Technologien zu nutzen, liebt anscheinend die gute alte Zettelwirtschaft.

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spektrum.de, 24. September 2013

Schon zwei Tage nach Verkaufsstart des neuen iPhone wird der viel beworbene Fingerabdruck-Sensor mit einfachsten Mitteln gehackt. Diese Blamage hätte Apple sich ersparen können, denn sie war absehbar: Der Konzern hat auf die falsche Technologie gesetzt.

Seit wenigen Tagen ist das neue iPhone 5S auf dem Markt. Was die Fachwelt im Vorfeld besonders neugierig machte, war die angekündigte Fingerabdruck-Identifizierung: Der Besitzer legt seinen Finger auf den Scanner, und das Gerät entsperrt sich. Freilich gibt es diese Technologie schon länger. Aber sie wurde in der Vergangenheit immer wieder geknackt: Die Identifizierung via Fingerabdruck galt als unsicher. Mit welchen Kniffen also hatten die Apple-Forscher die Technologie verbessert? Jetzt wissen wir: Überhaupt nicht.

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Bild der Wissenschaft 01/13 Niemand merkt sich gerne komplizierte Passwörter, deshalb sind digitale Daten oft miserabel geschützt. Informatiker tüfteln an alternativen Techniken, die menschliche Stärken nutzen.

Starten wir mit einer Frage in die Runde: Verwenden Sie das Passwort „123456"? Oder „passwort1"? Ja? Sie brauchen sich nicht zu schämen: Sie befinden sich in guter Gesellschaft – der Mehrheit. „Der Mensch ist nicht dazu gemacht, sich komplizierte alphanumerische Passwörter zu merken", sagt Emanuel von Zezschwitz vom Institut für Informatik der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität (LMU).

Passwörter sollen für digitale Sicherheit sorgen. Sie sollen Unbefugte daran hindern, Daten auf dem Smartphone auszuspionieren, sich von fremden Konten zu bedienen oder im Internet unter anderem Namen einzukaufen. Nur: Sichere Passwörter kann sich niemand merken. Deshalb nutzen die meisten Menschen Passwörter wie „12345", „iloveyou" oder „Passwort1" – und geben damit die Sicherheit ihrer Daten auf. Denn das sind die ersten Kombinationen, die Hacker testen, wenn sie ein Konto oder einen Online-Zugang knacken wollen.

Von Zezschwitz und seine Kollegen forschen daher an neuen Möglichkeiten für ein sicheres Login, die Nutzer nicht überfordern. Denn, auch das haben die Münchner Forscher herausgefunden: Die menschliche Toleranz für Sicherheitsmaßnahmen ist sehr gering.

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spektrum.de, 14. August 2013 - Link

Selbst nach den Enthüllungen um das US-Geheimdienstprogramm Prism schützen nur wenige Bürger ihre Daten. Woran liegt das? Informatiker kritisieren auch ein Versagen ihrer eigenen Zunft: Viele Sicherheitsprogramme ignorieren die Eigenheiten der Menschen.

Seit den Enthüllungen des ehemaligen NSA-Mitarbeiters Edward Snowden weiß die Welt, dass US-amerikanische und britische Geheimdienste unsere E-Mails, Suchanfragen und Onlinekäufe mitlesen, registrieren, speichern und auswerten. Auch in Deutschland empören sich Politiker und Datenschützer über das nahezu lückenlose Überwachungsprogramm unserer Verbündeten. Nur die ganz normalen Internetnutzer bleiben erstaunlich gelassen. Private E-Mails verschlüsseln? Fehlanzeige. Selbst viele Firmen verzichten darauf, ihre Korrespondenz zu codieren.

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stern.de, 10. Juli 2013 - Link

In Deutschland breiten sich die Masern wieder aus: Mehr als 1000 Masernfälle registrierte das Berliner Robert-Koch-Institut (RKI) bereits in diesem Jahr, vor allem Bayern und Berlin sind betroffen. Damit ist bereits im ersten Halbjahr mehr als das Sechsfache der Fallzahlen des gesamten Jahres 2012 erreicht – und das, wo Mediziner hofften, Masern bald gänzlich ausgerottet zu haben. Aber während Ärzte und Politiker in großer Sorge sind, scheint die Bevölkerung nach wie vor ein verharmlosendes Bild der Krankheit zu haben.

Ein bisschen Fieber, ein paar rote Flecken – wer Betroffene fragt, wie sie die Masern als Kind erlebt haben, bekommt meistens eine Beschreibung wie diese. Aber die Realität spricht eine andere Sprache. Im Juni starb ein Jugendlicher in Nordrhein-Westfalen an einer Gehirnentzündung, eine Spätfolge seiner sehr frühen Masernerkrankung. 40 Prozent der erkrankten Erwachsenen müssen in die Klinik, einer von 1000 stirbt an der Krankheit.