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 Eine junge, energiegeladene Generation will Afrika verändern: Die „Afropreneurs“ nutzen modernste Technik und sehen die Probleme ihrer Heimat als Chance. Zu Besuch bei Joseph-Olivier Biley, der mittels Drohnen und Künstlicher Intelligenz die Landwirtschaft revolutionieren will.

 Ben hält den sperrigen Koffer mit beiden Händen vor sich wie einen Käfig mit einem sehr seltenen Tier darin. Er trägt ihn vorbei an der Gummifabrik mit ihren schmutzigen weißen Wänden. Der stechende Geruch des heißen Gummis legt sich wie ein Schleier über die Kautschuk-Plantage „Tropical Rubber Côte d'Ivoire“ TRCI , aber Ben bemerkt ihn kaum. Er trägt seine wertvolle Fracht vorbei an den Setzlingen rechts des Wegs und den Jungbäumen von der Größe eines Kindes, vorbei am Fußball-Platz der Kautschuk-Plantage, auf dem Kinder für die nationale Liga trainieren, bis hin zum kleinen Weg, der in das Dickicht der großen Bäume führt. Sie verbreiten verlockenden Schatten, ein riesiger, dunkler Wald. Aber Ben spürt die Hitze nicht, die durch sein schwarzes Shirt auf der Haut brennt. Der junge Mann stellt den Koffer sanft ab, öffnet ihn, nimmt einen Rotor heraus, pustet sorgfältig auf das Gewinde und betrachtet ihn genau von allen Seiten durch seine Brille mit den roten Drahtbügeln. Es folgen weitere Rotoren, und eine Drohne, an der er vorsichtig einen der Rotoren nach dem anderen befestigt.

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Die ZEIT, 22. Februar 2018 - Ausschnitt

Com­pu­ter­tech­nik for­dert Au­gen und Oh­ren, al­le an­de­ren Sin­ne lie­gen brach. Jetzt ma­chen For­scher di­gi­ta­le Wel­ten fühl­bar.

Ach, wä­re er doch Mu­si­ker ge­blie­ben! Wie rich­tig und wie falsch zu­gleich die­ser Wunsch ist, das zeigt sich in die­sem schlich­ten In­for­ma­tik­la­bor zwi­schen Ka­beln und tech­ni­schen Ge­rä­ten. Brent Gil­le­spie, Ma­schi­nen­bau-Pro­fes­sor der Uni­ver­si­ty of Mi­chi­gan und ge­ra­de für ein For­schungs­frei­se­mes­ter in Stutt­gart, sitzt vor ei­nem kom­pli­zier­ten me­cha­ni­schen Auf­bau. Er dreht hier und da vor­sich­tig an ei­ner Schrau­be, schlägt die wei­ße Tas­te am ei­nen En­de des Auf­baus an und be­ob­ach­tet ganz ge­nau, was das in der Ap­pa­ra­tur be­wirkt. Am an­de­ren En­de, ei­nen Me­ter ent­fernt, schlägt ein mit Filz über­zo­ge­nes Häm­mer­chen auf ei­ne Sai­te. »Stein­way Ac­tion« steht auf ei­ner klei­nen Blech­ta­fel, dar­un­ter ei­ne Wid­mung. Die­se Tas­te, mit­samt der Me­cha­nik aus ei­nem Kon­zert­flü­gel aus­ge­baut, ist das Ge­schenk ei­nes be­freun­de­ten Mu­sik­pro­fes­sors.

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t3n Magazin 51/2018, 24. Feburar 2018 - Ausschnitt

Philip Rosedale träumt seit seiner Jugend von einer dreidimensionalen virtuellen Realität. Dank der technischen Fortschritte bekommt sein Traum neuen Aufwind. Er ist überzeugt: Eines Tages wird die Realität nur eine Option unter vielen sein.

Wenn Philip Rosedale das zeigen will, was ihn seit seiner Kindheit beschäftigt, dann reicht er ein Virtual-Reality-Headset, Kopfhörer und Controller und verschwindet selbst hinter einem Headset, „kommen Sie mit!“, ruft er noch, auch wenn er nirgendwo hingeht, zumindest sein physischer Körper nicht. Und doch betritt er eine andere Welt, „hier, das ist meine Welt“, sagt er, während die Besucherin noch mit der Technik kämpft. Schon in den ersten Minuten eines Interviews mit 46jährigen Unternehmer werden die Prioritäten fühlbar – er ist in er Virtuellen Realität, schneller als man schauen kann. Sein Körper steht noch hier in diesem Raum, aber er ist längst woanders.

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t3n Magazin 51/2018, 24. Feburar 2018 - Ausschnitt

Philip Rosedale träumt seit seiner Jugend von einer dreidimensionalen virtuellen Realität. Dank der technischen Fortschritte bekommt sein Traum neuen Aufwind. Er ist überzeugt: Eines Tages wird die Realität nur eine Option unter vielen sein.

Wenn Philip Rosedale das zeigen will, was ihn seit seiner Kindheit beschäftigt, dann reicht er ein Virtual-Reality-Headset, Kopfhörer und Controller und verschwindet selbst hinter einem Headset, „kommen Sie mit!“, ruft er noch, auch wenn er nirgendwo hingeht, zumindest sein physischer Körper nicht. Und doch betritt er eine andere Welt, „hier, das ist meine Welt“, sagt er, während die Besucherin noch mit der Technik kämpft. Schon in den ersten Minuten eines Interviews mit 46jährigen Unternehmer werden die Prioritäten fühlbar – er ist in er Virtuellen Realität, schneller als man schauen kann. Sein Körper steht noch hier in diesem Raum, aber er ist längst woanders.

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Riffreporter - Die VR-Reporterin - 16. Februar 2018 - Link

Der Philosoph Thomas Metzinger vertritt die Theorie, dass unser Selbst nicht existiert. Mittels Virtual Reality versetzt er Menschen in die Körper anderer, um das zu belegen. Für die Technologie sieht er aber auch ganz handfeste Anwendungen.

Herr Metzinger, im Rahmen des von der EU geförderten VERE-Projekts haben Sie mit Kollegen versucht, unser Ich-Gefühl mittels Virtual Reality auf Avatare zu übertragen. Wozu ist das gut, wenn ich glaube, ich wäre ein Avatar?

Man kann damit versuchen einige alte Fragen der Philosophie zu klären, unter anderem die, was die einfachste Form von Selbstbewusstsein ist. „Das Selbst“ im traditionellen Sinne gibt es nicht. Unsere Virtual-Reality-Experimente zeigen das.