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Riffreporter - Die VR-Reporterin - 16. Februar 2018 - Link

Der Philosoph Thomas Metzinger vertritt die Theorie, dass unser Selbst nicht existiert. Mittels Virtual Reality versetzt er Menschen in die Körper anderer, um das zu belegen. Für die Technologie sieht er aber auch ganz handfeste Anwendungen.

Herr Metzinger, im Rahmen des von der EU geförderten VERE-Projekts haben Sie mit Kollegen versucht, unser Ich-Gefühl mittels Virtual Reality auf Avatare zu übertragen. Wozu ist das gut, wenn ich glaube, ich wäre ein Avatar?

Man kann damit versuchen einige alte Fragen der Philosophie zu klären, unter anderem die, was die einfachste Form von Selbstbewusstsein ist. „Das Selbst“ im traditionellen Sinne gibt es nicht. Unsere Virtual-Reality-Experimente zeigen das.

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Süddeutsche Zeitung am Wochenende, 20/21. Januar 2018

Ein Ort für Helden

Im russischen Starcity trainieren derzeit alle Astronauten und Kosmonauten für ihren Raumflug. Juri Gagarin überragt sie alle in vielen Variationen. Aber jeder wird hier zum Helden, ungefragt. Dabei hat sich die Raumfahrt gewandelt: von draufgängerischen Zufallsgeschäft zur perfekt durchgeplanten Reise ins All. Ohne Risiko ist sie trotzdem nicht.

Der Schnee gibt alles, um diesen Helden zu begraben. Aber von wegen. Seine Schultern werden noch ein paar Zentimeter höher, und auch der Brustkorb strebt immer weiter nach oben. So wächst Juri Gagarin mit jeder der dicken Flocken, die an diesem Tag aus dem grauen Himmel fallen, über diesem Ort eine Stunde außerhalb von Moskau. Es schneit, als wolle es diese ganze geheime Stadt im Schnee begraben. Aber der Held in Stein ist nicht groß, er ist riesig. Er wird bis zuletzt alles überragen, die ganze Allee der Kosmonauten hier in Starcity, all die anderen Heldenmäler, die hier herumstehen, so selbstverständlich wie Bäume im Wald.

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Immer wieder sagen mir Menschen, sie würden anstatt einer Zeitung oder eines Magazins am liebsten meine Artikel abonnieren. Aber da ich Freiberuflerin bin und für viele verschiedene Verlage arbeite, ist das nicht möglich. Jetzt haben wir mit den Riffreportern eine neue Plattform für freien Journalismus geschaffen, auf der genau das möglich ist: In meiner Koralle 'Die VR Reporterin' schreibe ich regelmäßig über Themen aus der virtuellen Welt.

Im digitalen Raum entstehen gerade ganz neue Realitäten, und sie führen zu einer verrückten Entwicklung: Digitales und Physisches rücken wieder näher zusammen, näher als je zuvor in der Geschichte der Computer – und womöglich ist es auch gar kein Widerspruch. Forscher fragen zunehmend: Sind Dinge nicht letztlich nur Form gewordene Daten? Gleichzeitig fällt uns jetzt auf, was im Digitalen im allgemeinen wie im Virtuellen im Besonderen fehlt: Haptik beispielsweise. Forscher arbeiten daran, die Physik ins Virtuelle zu bringen, das Virtuelle fühlbar zu machen. Parallel wird die Realität um Virtuelles angereichert, sie wird erweitert.

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Immer wieder sagen mir Menschen, sie würden anstatt einer Zeitung oder eines Magazins am liebsten meine Artikel abonnieren. Aber da ich Freiberuflerin bin und für viele verschiedene Verlage arbeite, ist das nicht möglich. Jetzt haben wir mit den Riffreportern eine neue Plattform für freien Journalismus geschaffen, auf der genau das möglich ist: In meiner Koralle 'Die VR Reporterin' schreibe ich regelmäßig über Themen aus der virtuellen Welt.

Im digitalen Raum entstehen gerade ganz neue Realitäten, und sie führen zu einer verrückten Entwicklung: Digitales und Physisches rücken wieder näher zusammen, näher als je zuvor in der Geschichte der Computer – und womöglich ist es auch gar kein Widerspruch. Forscher fragen zunehmend: Sind Dinge nicht letztlich nur Form gewordene Daten? Gleichzeitig fällt uns jetzt auf, was im Digitalen im allgemeinen wie im Virtuellen im Besonderen fehlt: Haptik beispielsweise. Forscher arbeiten daran, die Physik ins Virtuelle zu bringen, das Virtuelle fühlbar zu machen. Parallel wird die Realität um Virtuelles angereichert, sie wird erweitert.

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Berliner Zeitung, 20. Februar 2018

Um gut mit Menschen zusammen arbeiten zu können, sollten Roboter der Zukunft die Emotionen ihres menschlichen Gegenübers verstehen und sich anpassen können. Forscher stellen sich entsprechenden Hürden.

Der Mann auf dem Trainingsrad tritt in die Pedale und strengt sich mächtig an, doch plötzlich verzieht er das Gesicht. „Du wirkst als hättest du Schmerzen“, sagt sein Trainer und schaut ihn mitfühlend an, „versuche langsamer zu treten.“ Der Mann tut das, und der Trainer sagt lächelnd: „Viel besser.“ So weit, so normal. Doch der Trainer ist kein Mensch, sondern ein Avatar. Er steht seinem Schützling auf einem großen Bildschirm gegenüber und spürt auf wundersame Weise, wie es diesem geht.