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Süddeutsche Zeitung, 21. September 2017

Internetsuchmaschinen zeigen uns nur einen kleinen Teil aller verfügbaren Informationen an. Das ist eine große Verantwortung. Gefährlicher als die Personalisierung ist allerdings Googles Autocomplete Tool.

Was wäre, wenn ich eine untenschlossene Wählerin wäre? „Merkel“ tippe ich an einem Morgen im September an meinem Computer in die Suchmaschine Google, und Google rät, was ich wohl suche. Kaum habe ich das „l“ getippt, erscheinen die Empfehlungen „news“, „Rosenheim“ und „muss weg“ als Ergänzung. „Autocomplete“ heißt diese Funktion: die Suche wird automatisch vervollständigt abhängig davon was Google glaubt, was ich persönlich suche. Würde ich als unentschlossene Wählerin „muss weg“ anklicken und mich von den dargeboteten Ergebnissen beeinflussen lassen? An erster Stelle ein Beitrag der rechtspopulistischen Zeitschrift „Compact“, an dritter Stelle eine rechte Facebook-Gruppe namens „Merkel muss weg“, danach wieder Compact, dann Focus, dann eine rechte Anti-Merkel-Twittergruppe und schnell die AfD.

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Süddeutsche Zeitung am Wochenende, 26. August 2017

Florian Schumacher optimiert sein Leben, indem er alles misst, was sich messen lässt. Manchmal hinterlässt das Rätsel.

Der Regen spielt am frühen Morgen mit feinen Fingern Cembalo auf den Blättern der Bäume, ein paar Menschen radeln missmutig durch den Englischen Garten, das grelle Grün der Blätter schmerzt in den schlaftrunkenen Augen, und Florian Schumacher atmet tief durch. 15 Regentropfen, Schritt, Schritt, einatmen, Schritt, Schritt, ausatmen 15 – 2 –1- 2 - 2 1, er fühlt, wie der Rhythmus Leben in die müden Glieder bringt und wie der steigende Puls den Körper sanft weckt 80, 90, 100, 120, 130, der Läufer schaut auf die Uhr, nickt, lächelt, trabt.

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Süddeutsche Zeitung am Wochenende, 26. August 2017

Florian Schumacher optimiert sein Leben, indem er alles misst, was sich messen lässt. Manchmal hinterlässt das Rätsel.

Der Regen spielt am frühen Morgen mit feinen Fingern Cembalo auf den Blättern der Bäume, ein paar Menschen radeln missmutig durch den Englischen Garten, das grelle Grün der Blätter schmerzt in den schlaftrunkenen Augen, und Florian Schumacher atmet tief durch. 15 Regentropfen, Schritt, Schritt, einatmen, Schritt, Schritt, ausatmen 15 – 2 –1- 2 - 2 1, er fühlt, wie der Rhythmus Leben in die müden Glieder bringt und wie der steigende Puls den Körper sanft weckt 80, 90, 100, 120, 130, der Läufer schaut auf die Uhr, nickt, lächelt, trabt.

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Süddeutsche Zeitung am Wochenende, 29. Juli 2017 In Bildern stecken mehr Informationen, als sich die meisten Menschen vorstellen können. Angesichts der wachsenden Zahl an Kameras tüfteln Forscher an Konzepten, um den Schutz der Privatsphäre in der Technik zu verankern. Doch auch das hat seine Tücken.

Die Künstliche Intelligenz stellt fest: Im Restaurant Zunfthaus zur Waag im historischen Zentrum Zürichs sitzen 35 Gäste, weitere 24 genießen die Sonne unter den Sonnenschirmen, darunter eine ungewöhnlich große Gruppe. Im Haus sind aktuell acht Bewohner, der erste hat es heute um 6.45 Uhr verlassen, normalerweise kehren die letzten gegen 23 Uhr zurück. Die Fassade ist relativ frisch gestrichen, doch es zeigen sich erste kleine Schäden unterhalb eines Fensters im dritten Stock. Durch die oberen Fenster fällt am meisten Licht, zwei davon sind geöffnet, in den mittleren spiegelt sich das Haus gegenüber. Es finden sich kaum freie Parkplätze in der Nähe, und am benachbarten Paradeplatz sammeln sich auffällig viele Menschen. Vielleicht sollte man dort eine Polizeistreife vorbeischicken, nur sicherheitshalber, und vielleicht sollte man der Mutter des Kindes, das sein Zimmer im vierten Stock zur Sonnenseite hat, zu einer Verdunkelung raten, denn das System hat berechnet, dass der Raum um diese Zeit stark aufheizt, da das Fenster mit seiner Größe von 2,2 mal 1,5 Meter und dieser Ausrichtung viel Sonne hereinlässt.

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Magazin t3n Nr 48, Drittes Quartal 2017

Verschlafen die deutschen Unternehmen die Chancen der künstlichen Intelligenz? Laut aktueller Studien sind sie kaum vorbereitet. Das zeigen auch Einblicke in die Praxis. Startups sind da deutlich weiter – und übertreffen selbst die großen ­KI-Pioniere.

Bist du schwul, depressiv oder in Kauflaune? Sorgst du dich um deine Kinder, bist du ein aggressiver Zeitgenosse oder hast du gar eine Ehekrise? Das alles – so heißt es - weiß die künstliche Intelligenz über uns: Sie kennt uns besser als unsere Freunde uns kennen, weiß mehr, als unser Partner über uns. Das zumindest behaupten jene, die von solchen Entwicklungen profitieren: Immer mal wieder geistern Studien durch die Medien, die beispielsweise aus Twitterdaten vorhersagen, ob jemand eine psychische Krankheit entwickelt oder aus Facebook-Posts die Persönlichkeit berechnen, für deren Definition Psychologen fünf Fragebögen und sechs Monate persönliche Gespräche benötigen.