Meine Themengebiete

121025_stz_handypflicht-im-klassenzimmer1.png

Stuttgarter Zeitung, 25.10.2012  -  pdf

Die Stuttgarter Wissenschaftlerin Elba del Carmen Valderrama hat Mobiltelefone in panamesischen Schulen verteilt. Ergebnis ihres Experiments: die Geräte sind eine große Bereicherung für den Unterricht

Ein Stimmengewirr wie freitagnachmittags in einer Bahnhofshalle. Verwackelte Szenen, hektische Kameraschwenks. Der Clip erinnert auf den ersten Blick an Youtube-Filme über Unruhen im Nahen Osten. Erst auf den zweiten Blick sieht man in der Ferne, am Ende des Trubels, einen Lehrer vor einer Tafel. Vor ihm ein Schüler im weißen Hemd und mit verbundenen Augen. Der Lehrer hält ihm eine Orange unter die Nase. Die Meute im Klassenzimmer reckt zwei Dutzend Mobiltelefone in die Luft. Die Teenager filmen die Unterrichtseinheit über die Sinne des Menschen.

121019_stz_klang-der-sympathie1.jpg

Stuttgarter Zeitung, 19.10.2012 spektrum.de, 21.12.2012  -  online

An der Uni Stuttgart wird erforscht, wie man sich seinen Gesprächspartnern anpasst.

Wenn der Bürokollege mit seiner Mutter telefoniert, schwäbelt er. Ruft er hingegen die Berliner Zentrale an, spricht er astreines Hochdeutsch. Viele Menschen beobachten diesen Effekt verblüfft an ihren Mitmenschen – und merken nicht, dass er sie selbst ebenso betrifft: Wir passen uns sprachlich unwillkürlich an unsere Mitmenschen an. Während manche den Wechsel zwischen Dialekt und Hochdeutsch bewusst steuern können – zumindest teilweise –, geschehen viele andere Anpassungen unbewusst: Wenn sich zwei Menschen unterhalten, benutzen sie zunehmend die gleichen Wörter, ihre Aussprache und ihre Betonung im Verlauf des Gesprächs werden sich ähnlicher.

1206_Prinzessin_auf_dem_Campus.jpg

Magazin artur, 2/2012 - pdf

Mit Kind im Studentenwohnheim leben – das klingt nach Enge, Trostlosigkeit und Verboten. Aber manche Bewohner fühlen sich dort wie in einem kleinen Schloss.

Die Prinzessin blickt aus ihren Gemächern auf ein Stück Wiese mit jeder Menge Löwenzahn. Ihr Zwölf-Quadratmeter-Zimmer  der Wohnung 3D020 im Wohnheim Straußäcker III in Stuttgart Vaihingen teilt sie sich mit einem Kinderhochbett, einer Spielküche und ihrem Hofstaat: der fünfjährigen Lea. Die nimmt die Playmobil-Figur unsanft aus dem Regal und sagt: „Leider hat die Prinzessin kein Schloss.“ Dabei zieht sie so heftig die Schultern hoch, dass ihre unzähligen Zöpfchen hüpfen.

120609_stz_passwoerter.jpg

Stuttgarter Zeitung, 09.06.2012  -  pdf

Beim Thema Computersicherheit ist der Mensch die Schwachstelle im System. Informatiker denken nun um: Sie kommen auf kreative Lösungen – und einfache Passwörter.

Ein Passwort für den Computer, fürs Smartphone, den Mailzugang, Facebook, Onlinebanking, Fahrkartenkauf und die Paketbox: wer kann sich die alle merken? Die meisten Menschen verwenden immer das Gleiche – und werden damit zur Schwachstelle im System: „Sicherheit wurde lange von Leuten entwickelt, die nur die mathematische Seite gesehen haben“, sagt Professor Albrecht Schmidt vom Lehrstuhl für Mensch-Computer-Interaktion der Universität Stuttgart. „Aber man darf den Menschen nicht ignorieren: absolute Sicherheit gibt es mit ihm nicht.“ Das ändert sich jetzt: Nach den USA gründen sich auch hierzulande immer mehr Lehrstühle zum Thema Mensch-Maschine-Interaktion. Informatiker erforschen dort unter anderem die nutzerfreundliche Sicherheit.

1204_pm_himmelsrichtungen.jpg

P.M. 04/2012  -  pdf

Die Himmelsrichtungen Nord, Süd, Ost, West erscheinen uns ebenso selbstverständlich wie die Bezeichnungen rechts und links, vorne und hinten. Aber in weiten Teilen der Welt existieren ganz andere Systeme der Orientierung. Sie verlangen beeindruckende Fähigkeiten – und für Westler ein enormes Umdenken, wenn sie nicht verloren gehen wollen

Es ist ein schöner Nachmittag, Bernd Heine sitzt mit einigen Einheimischen im ländlichen Norden Nigerias unter einem Baum. Der junge Linguist ist gekommen, um die Sprache Hausa zu erforschen, eine der größeren Verkehrssprachen Afrikas. Aber für heute hat er Feierabend, seine afrikanischen Gastgeber haben die traditionelle Wasserpfeife schon vorbereitet. „Hol mal die Wasserpfeife hinter dem Baum“, fordert einer der Afrikaner Bernd Heine auf. Der wundert sich: hinter dem Baum ist keine Pfeife. Sie steht vor dem Baum.