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spektrum.de/Spektrum der Wissenschaft, 28. April 2016 - Link

Seit dem iPhone-Hack durch das FBI und der Einführung der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von Whatsapp fragen sich viele, wie sicher Verschlüsselung ist und wie sie überhaupt funktioniert. Hier die zehn wichtigsten Fakten zum Thema – und ein kleines Rätsel, das einiges verdeutlicht.

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Am Anfang standen Fragen wie: Schreiben Lobbyisten tatsächlich die Gesetze, wenn es darum geht, den Datenschutz aufzuweichen – und wenn ja: in welcher Form? Wer treibt die Verschärfung von Sicherheitsgesetzen voran und will die Freiheit im Netz einschränken – wer zieht die Strippen im Hintergrund? Jetzt entwickeln wir Prototypen für ein datenjournalistisches Tool für solche investigativen Recherchen. Textmining und interaktives maschinellens Lernen für den Journalismus der Zukunft. Wir stellen unser Datenjournalismus-Projekt DebateExplorer auf der diesjährigen Republica in Berlin vor: am Dienstag, 2. Mai 2016, 16.45 Uhr, Station Berlin.
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Technology Review, April 2016

Ein Doktorand löst eine Identitätskrise, indem er eine Bewegung für mehr offline-Aktivitäten in seinem Fach gründet. Seither arbeiten immer mehr Informatiker daran, uns im realen Leben zusammen zu bringen.

Als Nemanja Memarovic die Zweifel packen, ist es schon zu spät. Er ist bereits Informatiker. Umgeben von einer technischen Welt, von Kollegen, die vor allem wissen wollen, welche neue Technologie er gerade entwickelt, welche hippe App er programmiert, und von Freunden, die schlagfertige Facebook-Posts von ihm erwarten. Bis zu diesen Wochen rund um Weihnachten 2009 lebt er in einer heilen Welt, in der Facebook seine zweite Heimat ist. Dann zieht der junge Serbe aus New Hampshire, USA, wo er als wissenschaftlicher Mitarbeiter Fahrerassistenzsysteme erforscht hat, nach Lugano. Dort möchte er promovieren. „Bis dahin kannte ich alle meine Facebookfreunde persönlich“, sagt er rückblickend. Doch das ändert sich schlagartig, als das soziale Netzwerk einen Aufschwung erlebt, immer mehr nur über Ecken Bekannte sich mit dem Uni-Absolventen vernetzen wollen und Memarovic durch seinen Umzug zusätzlich einige neue Kontakte gewinnt. Facebook schien auf einmal zu explodieren. Aus der Heimat wurde Fremde. Und Einsamkeit. „Ich wusste nicht mehr, zu wem ich rede, und vorallem auch nicht mehr, wer mir zuhört.“   

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Ich sollte glücklich sein! Ich trainiere eine Software, die den Journalisten der Zukunft die Arbeit erleichtern soll. Die investigative Recherche am Leben erhält. Ich arbeite voll am Puls der Zeit – wer würde sich nicht wünschen, auch mal eine künstliche Intelligenz mit eigenem Hirnschmalz anzureichern?

Aber manchmal holen mich die Mühen der Ebene ein: Das Bürokratendeutsch der Politiker beispielsweise. Wird eine Maschine je verstehen können, was diese vor lauter Rhetorik wirklich meinen? Sie wiederholen die Argumente der Gegenseite, bevor sie verklausuliert zu ihren eigenen Standpunkten kommen, sie verwenden ohne Ende doppelte Verneinungen, Schachtelsätze – werden meine Annotationen dem Algorithmus wirklich helfen?

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Die ZEIT, 25. Feburar 2016

Die Virtuelle Realität fühlt sich realer an, als sich viele vorstellen können. Und sie kann missbraucht werden. Ein Ethik-Kodex soll der Gesellschaft helfen, die gute Verwendung der Technologie zu sichern.

Dieser Selbstmord war zu viel. Sean Buckley ist nicht allzu zart besaitet, er testet regelmäßig die neuesten Virtual-Reality-Killerspiele für das US-Magazin „engadget“. Aber als sich die junge Frau vor seinen Augen erschoss, zitterte er am ganzen Körper. „Das ist nicht fair, habe ich geschrien, ich bin völlig ausgeflippt“, beschreibt er seine Erfahrung im Nachhinein: „Sie war so real.“

Noch härter traf es die ersten Nutzer einer Demo für ein Sony-Headset. Dort konnte der Spieler die Pistole an die eigene Schläfe  setzen und abdrücken. Der virtuelle Selbstmord versetzte die Betroffenen derart unter Stress, dass das Unternehmen das Feature schnell wieder entfernte. „Dieses Medium ist sehr mächtig, deshalb müssen wir vorsichtig mit dem sein, was wir anbieten“, kommentierte Sony-Chef Shuhei Yoshida den Vorfall. Der Virtual Reality wird für dieses Jahr der Durchbruch auf dem Massenmarkt vorhergesagt. Aber so manche Gamer machen derzeit Erfahrungen, die der Gesellschaft besser erspart bleiben sollten.