Virtuelle Realität Eva Wolfangel

Virtuelle Realität

Als ich 2016 zum ersten Mal in die Virtuelle Realität gereist bin, mit Headset und Kopfhörern, und schlagartig in einen anderen Raum gebeamt war und dort verrückt fremde Menschen kennen gelernt habe, da wurde mir klar: diese Realität wird viel verändern. Die Technologie hat ein riesiges Potential für ein gutes Leben - und sie bringt Risiken mit sich. Seither habe ich viel recherchiert über und in dieser anderen Realität. Auf Riffreporter.de habe ich die VR-Reporterin eröffnet: Unterstützt durch mein Publikum steige ich dort noch tiefer in die Recherche ein und baue gefördert von der ZEIT-Stiftung eine eigene journalistische Plattform in der Virtuellen Realität auf. Aktuelle, exklusive Texte von mir gibt es hier, bei der VR Reporterin.

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Die ZEIT, 25. Feburar 2016

Die Virtuelle Realität fühlt sich realer an, als sich viele vorstellen können. Und sie kann missbraucht werden. Ein Ethik-Kodex soll der Gesellschaft helfen, die gute Verwendung der Technologie zu sichern.

Dieser Selbstmord war zu viel. Sean Buckley ist nicht allzu zart besaitet, er testet regelmäßig die neuesten Virtual-Reality-Killerspiele für das US-Magazin „engadget“. Aber als sich die junge Frau vor seinen Augen erschoss, zitterte er am ganzen Körper. „Das ist nicht fair, habe ich geschrien, ich bin völlig ausgeflippt“, beschreibt er seine Erfahrung im Nachhinein: „Sie war so real.“

Noch härter traf es die ersten Nutzer einer Demo für ein Sony-Headset. Dort konnte der Spieler die Pistole an die eigene Schläfe  setzen und abdrücken. Der virtuelle Selbstmord versetzte die Betroffenen derart unter Stress, dass das Unternehmen das Feature schnell wieder entfernte. „Dieses Medium ist sehr mächtig, deshalb müssen wir vorsichtig mit dem sein, was wir anbieten“, kommentierte Sony-Chef Shuhei Yoshida den Vorfall. Der Virtual Reality wird für dieses Jahr der Durchbruch auf dem Massenmarkt vorhergesagt. Aber so manche Gamer machen derzeit Erfahrungen, die der Gesellschaft besser erspart bleiben sollten.